Die Mainzer Fastnacht (auch "Määnzer Fassenacht" oder "Meenzer Fassenacht" genannt) gehört zu den traditionsreichsten und größten Veranstaltungen dieser Art. Mainz gehört zusammen mit Köln und Düsseldorf zu den Hochburgen der rheinischen Fastnacht. Neben den Ursprüngen, die allen Karnevals-, Fastnachts- und Faschingsfesten gemein sind, pflegt die Mainzer Fastnacht dabei auch eine besondere politisch-literarische Komponente.
Die Kunst des politischen Büttenvortrags wird in Mainz traditionell gepflegt ("Protokoller", "Bote aus dem Bundestag" u.v.m.). Zwar finden sich auch in der Mainzer Fastnacht (analog zu Köln) reine "Kokolores"-Vortragsredner, dennoch verbanden und verbinden sich mit den hochkarätigsten Mainzer Büttenreden hauptsächlich Figuren wie "Till" oder "Bajazz mit der Laterne", die mit geschliffenem Wort-Florett und oft erkennbar politischer Grundausrichtung ihre rhetorischen Pfeile abschießen.
Wichtiger musikalischer Bestandteil der Mainzer Fastnachtssitzungen ist der 1844 eingeführte Narrhallamarsch, der als Einzugs- und Auszugsmarsch der Büttenredner erklingt. Der "Schlachtruf" der Mainzer Fastnacht, Helau, stammt aus Düsseldorf und wurde erst 1938 in Mainz eingeführt.
Mainzer Fastnachtsumzüge
Neben dem überregionalbekannten Mainzer Rosenmontagszug gibt es in der Innenstadt und den Stadtteilen weitere Umzüge, diese sind:
am 1. Januar der Neujahrsumzug
am Rußigen Freitag (Freitag vor Rosenmontag) den Umzug in Mainz-Hechtsheim
am Schmalzigen Samstag (Samstag vor Rosenmontag) den Mainzer Jugendmaskenzug in der Mainzer Innenstadt und der Umzug in Mainz-Gonsenheim
am Tulpensonntag der Gardeumzug in der Mainzer Innenstadt, der "Finther Zug der Lebensfreude" in Mainz-Finthen und der Umzug in Mainz-Bretzenheim
am Rosenmontag der Mainzer Rosenmontagszug
am Fastnachtsdienstag die Kappenfahrt in der Innenstadt, der "Schissmelle-Dienstagszug" in Mainz-Mombach und der "Draaser Umzug" in Mainz-Drais.